Online-Sucht / Gaming-Sucht - Flucht in das Virtuelle

Alle paar Minuten das Handy checken, sich stundenlang auf TikTok, Instagram oder X von Bildern und Videos berieseln lassen oder seinen Charakter im Videospiel nächtelang hochleveln - für viele ist das normal und weitgehend unproblematisch. Bei einer Online-Sucht ist das Verhalten jedoch zwanghaft und wird als aversiv erlebt. Die Grenze zum normalen Gebrauch ist fließend - entscheidend ist, wie sehr der Konsum das Leben beeinträchtigt.

 

Viele Betroffene beschreiben einen typischen Kreislauf: Man nimmt sich vor, „nur kurz“ online zu gehen, und stellt später fest, dass mehrere Stunden vergangen sind. Oft folgt darauf ein Gefühl von Unzufriedenheit oder Schuld, das wiederum durch erneute Nutzung verdrängt wird. „FOMO“, also die Angst, etwas zu verpassen (fear of missing out) spielt für die Abhängigkeit ebenfalls eine Rolle.

 

Anzeichen einer Internetsucht sind:

  • starke Unruhe und Gereiztheit, wenn kein Internet verfügbar ist
  • erfolglose Versuche, die Nutzung einzuschränken
  • Vernachlässigung von Freunden, Familie, Arbeit oder Studium
  • Schlafprobleme durch exzessive Nutzung (z. B. nächtliches Scrollen oder Gaming)

Studien zeigen, dass etwa 1-3 % der Deutschen von Internetsucht betroffen sind. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegen die Zahlen höher.

 

Manche Menschen berichten, dass ein „Digital Detox“, also ein radikales und vollständiges Offline-Sein über eine bestimmte Zeit, dabei geholfen hat, die eigene Mediennutzung zu reflektieren, die reale Welt neu zu erfahren und die Abhängigkeit abzuschwächen.