Depression ist mehr als momentane Niedergeschlagenheit. Die Welt fühlt sich plötzlich anders an, das Selbstgefühl erscheint ebenfalls völlig verändert. Die Beeinträchtigung kann so stark sein, dass selbst simple Alltagsdinge zur Herausforderung werden. Für viele ist Depression ein Eindruck innerer Leere, Antriebslosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Die Schriftstellerin und Filmemacherin Susan Sontag drückte es so aus: „Depression is melancholy minus its charms“.
Diagnostisch betrachtet ist Depression das gemeinsame Auftreten von sehr unterschiedlichen Beschwerden in einem Zeitraum von mindestens zwei Wochen an den meisten Tagen. Zu diesen Beschwerden gehören unter anderem: der Verlust von Freude an Aktivitäten, die früher gerne ausgeübt wurden, Schuldgefühle, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder im Extremfall Suizidgedanken. Zwei Menschen mit Depression können also sehr unterschiedliche Beschwerden aufweisen und haben gegebenenfalls dennoch die gleiche Diagnose.
Depression gehört zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Gemäß Krankenkassendaten leiden jährlich etwa 12,5% der Menschen in Deutschland daran. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
Die theoretischen Ansätze zur Abschwächung eines depressiven Zustandes (bzw. Wiederherstellung eines „Normalgefühls“) sind sehr vielfältig: Anderung negativ verzerrter Wahrnehmungsprozesse, Anreicherung des Alltags mit neuen interessanten Erlebnissen, konkrete Lösung von Lebensproblemen, Akzeptanz, dass bestimmte negative Lebensdinge real und nicht veränderbar sind, Treffen wichtiger Entscheidungen und vieles mehr.